Saisonende 2024

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Rehkitzrettung 2024 – Saisonende Team Rehkitz 
 
Hier unser offizieller Pressebericht:
Nun beendet Team Rehkitz der Tierschutzinitiative Haßberge e.V. (TI) offiziell die fünfte Saison der Rehkitzrettung mit Wärmebilddrohne.
Es war eine außergewöhnliche Saison mit Überraschungen jeder Art. Nicht nur das Wetter hat den Tierschützern mächtig die Planung durcheinander gehauen – auch hat diese Saison wieder mal bewiesen, dass man einfach nie aufhört, dazuzulernen und immer noch Neues zu entdecken.
Die Mitglieder des „Team Rehkitz“ der TI besteht neben Chef-Pilot Matthias Jung aus Yvonne Jung (Co-Pilot, Läuferin), Astrid Egloffstein (Läuferin) und Anja Tuebner (Läuferin).
Ein weiteres eigenständiges Team deckt den nördlichen Bereich des Landkreis Haßberge ab, welche hierfür die komplette Technik zur Verfügung gestellt wurde.
Es waren wieder kurze Nächte, aufregende Einsätze immer gegen den Zeitdruck der aufgehenden Sonne, so einigem technischen und körperlichen Verschleiß und einem ständigen Begleiter: Die Übermüdung.
Demgegenüber stehen aber wundervolle Sonnenaufgänge, einzigartige Momente und Tierrettungen der ganz besonderen Art.
Neben den wundervollen Äuglein der Kitze, erfüllt die Herzen des Team Rehkitz dann natürlich auch der Moment auf den alle warten: Das gesicherte Kitz wird nach der Mahd wieder frei gelassen – und meist wartet Mami schon in sicherer Entfernung, um ihren Schatz abzuholen.
All das erleben die Kitzretter natürlich noch neben den hauptberuflichen Tätigkeiten, meist bis kurz vor Arbeitsbeginn, da bleibt nicht mehr übrig als Essen und Schlafen. „Da gehört eine große Portion Leidenschaft dazu, sonst steht man so eine Saison nicht durch.“ Erklärt Yvonne Jung mit einem Augenzwinkern.
An sich kann das routinierte Team so leicht nichts mehr aus der Ruhe bringen. Als sich jedoch bei einem „relativ übersichtlichen Einsatz“ zeigte, dass an diesem Tag mal keine Rehkitze, sondern hoch geschützte Wiesenweihen gerettet werden mussten, „da ging uns doch der Puls. Es ist einfach beeindruckend, wenn im Sonnenaufgang so ein großer Vogel direkt vor dir aufsteigt, um seine Jungen zu beschützen.“
Es stellte sich heraus, dass auf der betreffenden Fläche gleich zwei Nester dieser wundervollen Tiere mit Eiern bzw. Küken wohnten. Nachdem diese nicht herausgetragen werden können, wurden diese von den Tierschützern großzügig abgesteckt und die Untere Naturschutzbehörde informiert. Der Landwirt ließ diese Fläche stehen und mähte drum herum.
„Dies funktioniert natürlich nur, weil wir ein respektvolles Verhältnis auf Augenhöhe mit „unseren“ Landwirten pflegen“ betont Matthias Jung.
Bei den zahlreichen Einsätzen wurden auch dieses Jahr Kitze gerettet, Rehe und andere mobile Tiere vergrämt. Erstmals waren neben Wiesenweihen auch Feldhasenbabys mit von der Partie – genauer gesagt sogar Drillinge.
„Jeder Einsatz war eine Überraschung, immer anders als geplant“ berichtet Anja Tuebner. „Und chaotisch wie das Wetter“ ergänzt Astrid Egloffstein. Tatsächlich war die extreme Witterung eine große organisatorische Herausforderung. Mähtermine werden immer Mal verschoben – dieses Jahr blieb nahezu keiner so stehen wie ursprünglich geplant
Zur Übersicht gibt es hier nochmal die zusammengefassten Daten, Zahlen und Fakten zur Übersicht
44 Einsatztagen
465 Feldern
über 1.000 ha
165 Rehkitze
… ungezählte Geißen, Böckchen und auch erstmals zwei verliebte Igel
Erfreulicherweise kommen immer wieder neue Teams aus allen Regionen dazu. Alles in allem zeigte sich jedoch wieder, dass wir einfach nicht überall sein können, zumal heuer die Mähtage sehr begrenzt waren. Deshalb ist es wichtig, dass sich noch weitere Teams bilden und auch Großbetriebe über eine eigene Anschaffung nachdenken.
Die TI bietet weiterhin an, neue Teams, Landwirte usw. bei der Anschaffung einer Wärmebild-Drohne zu beraten, in die Technik einzuweisen, sowie die bislang gewonnenen Erfahrungen weiterzugeben; selbstverständlich zur Beantragung der Fördermöglichkeiten.
Wir bedanken uns nochmals bei allen Beteiligten, allen voran unserem hammermäßigen Team, ohne dem diese verrückten Aktionen überhaupt nicht möglich wären, bei den Jagdpächtern und Landwirten für die gute Zusammenarbeit sowie bei der Naturschutzbehörde.

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